Die CDU Landtagsabgeordnete Anja Wagner-Scheid äußerte ich in einer Pressemitteilung zur gerade vollzogenen Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2024 im Innenausschuss des Landtags.
Demnach ist die Zahl der registrierten Straftaten im Saarland ist im Jahr 2024 insgesamt um 9,1 Prozent gesunken. Dies geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor, die am Mittwoch im Innenausschuss des saarländischen Landtags vorgestellt wurde. Demnach wurden 6.548 Fälle weniger als im Vorjahr erfasst. Ein Grund für den Rückgang sei unter anderem die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis, durch die zahlreiche bislang strafbare Delikte entfallen sind.
Gleichzeitig weist die Statistik auf besorgniserregende Entwicklungen bei bestimmten Deliktgruppen hin. So stieg die Zahl der angezeigten Messerangriffe im Vergleich zum Vorjahr deutlich an – von 161 Fällen im Jahr 2023 auf 319 im Jahr 2024. Das entspricht einer Zunahme um 98,1 Prozent. Als Messerangriff gelten laut bundesweiter Definition Tathandlungen, bei denen ein Messer unmittelbar gegen eine Person eingesetzt oder dessen Einsatz angedroht wird. Das bloße Mitführen eines Messers wird nicht erfasst.
Ebenfalls stark gestiegen ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt. Diese wuchs von 3.077 Fällen im Jahr 2023 auf 3.688 im Jahr 2024. Bereits 2019 lag die Zahl bei 2.790 Fällen, womit sich ein kontinuierlicher Anstieg über mehrere Jahre hinweg abzeichnet. Die PKS umfasst unter dem Begriff häusliche Gewalt sowohl innerfamiliäre als auch partnerschaftliche Gewalt, unabhängig davon, ob Täter und Opfer im selben Haushalt leben.
Im Bereich geschlechtsspezifischer Gewalt wurden 2024 im Saarland drei Femizide und neun Versuche verzeichnet, im Vorjahr waren es zwei beziehungsweise sieben Fälle. Die Opfer waren ausschließlich Frauen.
Bei der Kinder- und Jugendkriminalität ist ein Rückgang der Gesamtzahlen zu beobachten. Dennoch gab es einen Anstieg bei den Gewaltdelikten durch Jugendliche: Die Zahl der Tatverdächtigen im Alter von 14 bis 18 Jahren stieg um 2,4 Prozent, bei den Heranwachsenden im Alter von 18 bis 20 Jahren um 9,5 Prozent.
Die PKS bildet ausschließlich das sogenannte Hellfeld der Kriminalität ab – also Fälle, die der Polizei zur Anzeige gebracht wurden. Nicht erfasste Straftaten gehören zum Dunkelfeld, dessen Umfang von Faktoren wie Anzeigebereitschaft und Ermittlungsfokus der Polizei abhängt. Das Bundeskriminalamt plant im Laufe des Jahres 2025 die Veröffentlichung neuer Ergebnisse aus den Dunkelfeldstudien „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland (SKiD)“ und „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung (LeSuBiA)“. Diese sollen einen genaueren Einblick in das tatsächliche Ausmaß der Kriminalität ermöglichen.