Saarbrücken. Die saarländische Landesregierung hat am Mittwoch im Bildungsausschuss des Landtags über die Entwicklung der Gewalt an Schulen informiert. Anlass war ein Antrag der CDU-Fraktion, die auf eine zunehmende Zahl an Gewaltdelikten im schulischen Umfeld aufmerksam gemacht hatte. Grundlage der Diskussion war die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), aus der hervorgeht, dass die registrierten Fälle im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen sind.
Konkret wurden im Jahr 2023 landesweit 957 Fälle von Gewalt an Schulen erfasst, im Jahr 2024 stieg die Zahl auf 1.101. Die CDU-Fraktion sieht darin einen Hinweis auf wachsenden Handlungsbedarf. Bereits im Vorfeld hatten Schulen und Interessenverbände auf die Entwicklung hingewiesen und eine systematische Erfassung sowie fachliche Auswertung der Vorfälle durch das Bildungsministerium gefordert.
Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Jutta Schmitt-Lang, kritisierte nach der Ausschusssitzung die Ablehnung eines entsprechenden CDU-Antrags durch die SPD-Mehrheit im Landtag. Der Antrag hatte unter anderem eine genauere Analyse der Gewaltursachen sowie gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen gefordert.
Die CDU kündigte an, sich weiterhin für eine umfassende Aufarbeitung und konkrete Gegenmaßnahmen einzusetzen. Geplant ist unter anderem eine eigene Anhörung zu dem Thema, bei der Fachleute und Betroffene zu Wort kommen sollen. Die Fraktion betonte die Notwendigkeit, das Thema über parteipolitische Grenzen hinweg zu behandeln und auf eine Verbesserung der Sicherheitslage an saarländischen Schulen hinzuwirken.