Saarbrücken, 26. März 2025 – Nach Bekanntwerden eines Rundschreibens des Bildungsministeriums, das ein Verbot privater mobiler Endgeräte an Grund- und Förderschulen vorsieht, meldet sich die Landesschülervertretung des Saarlandes (LSV Saar) mit einer klaren Position zu Wort. Sie unterstützt grundsätzlich ein Verbot, mahnt aber gleichzeitig an, diese Maßnahme müsse pädagogisch verankert und keinesfalls als pauschale „Verbotskultur“ verstanden werden.
„Ein schlichtes Handyverbot kann die mit digitaler Reizüberflutung verbundenen Probleme nicht beheben. Es bedarf vielmehr einer pädagogischen Heranführung an eine vernünftige Herangehensweise im Umgang mit mobilen Endgeräten“,
heißt es in der Pressemitteilung der LSV. Wissenschaftlich sei anerkannt, dass frühe Nutzung mobiler Geräte negative Auswirkungen auf die soziale Entwicklung von Kindern haben könne. Dennoch sei die Nutzung digitaler Geräte aus dem Alltag vieler Menschen nicht wegzudenken.
Eltern in der Pflicht
Die LSV Saar betont, dass es in erster Linie Aufgabe der Eltern bleibe, die Bildschirmzeit ihrer Kinder zu regulieren. Eine Be- oder Verurteilung außerschulischer Nutzungsgewohnheiten dürfe nur in absoluten Ausnahmefällen stattfinden – zum Beispiel, wenn die Entwicklung der Kinder ernsthaft gefährdet sei.
Weiterführende Schulen brauchen individuelle Lösungen
Ein pauschales Verbot an weiterführenden Schulen hält die Landesschülervertretung für weder angemessen noch realistisch. Viele Klassen setzten bereits im Unterricht leistungsstarke persönliche Endgeräte ein, die von den Schülerinnen und Schülern selbst mitgebracht werden müssten. Statt Verbote zu verhängen, müsse eine verantwortungsvolle Nutzung vermittelt werden – besonders in höheren Klassenstufen, wo das Thema zunehmend wichtig werde.
Mitbestimmung statt starrer Regeln
Darüber hinaus fordert die LSV Saar, alle schulischen Mitbestimmungsgremien – einschließlich Schüler-, Lehrer- und Elternvertretung – in die Gestaltung solcher Regeln einzubinden. Nur so könne man eine hohe Akzeptanz erreichen und damit gewährleisten, dass die Vorgaben auch tatsächlich umgesetzt werden.
„Keine Verbotskultur!“
Die Landesschülervertretung fasst zusammen:
„Komplexe Fragen wie der Umgang mit mobilen Endgeräten erfordern ausgewogene Antworten, keine Verbote. Schulen sollten Kindern und Jugendlichen helfen, einen verantwortungsvollen Umgang zu lernen, statt pauschal zu untersagen.“
Damit richtet die LSV Saar einen Appell an alle Beteiligten, verstärkt auf pädagogische Konzepte und gemeinsame Absprachen zu setzen – statt einseitige, möglicherweise wenig wirksame Restriktionen zu erlassen.